JA zum Nationalpark Egge

Die Egge, ein mitteldeutsches Gebirge zwischen dem Kreisen Paderborn und Höxter, ist ein Wunder der Natur. Aufgrund ihrer geologischen Beschaffenheit und der vielen verschiedenen Landschaftstypen ist sie ein ganz besonderer Ort innerhalb Deutschlands. Leider gibt es nur noch extrem wenige Gebiete in Deutschland, in denen wir die Natur in ihrer vollen Pracht und Lebendigkeit erleben können. Die Egge gehört definitiv zu diesen einmaligen Orten und verdient daher einen besonderen Schutz als Nationalpark.

Nachfolgend werden wichtige Informationen zum Nationalpark Egge zusammengetragen.


Gedanken für einen Nationalpark

Angesichts des Klimawandels, der anstehenden Umweltveränderungen, dem Artensterben und der Zersiedelung und Versiegelung der Landschaft sollten wir wenigstens ein paar Lebensräume komplett der Natur überlassen. Denn leider entscheiden die heutigen Mensch fast immer nur wirtschaftlich. Die Natur bzw. die Schöpfung stellen hingegen das Überleben in den Vordergrund und haben bisher immer effektive Lösungen für alle Arten von Umweltveränderungen entwickelt und das Leben an die neuen Situationen angepasst. Das ist auch eine Kernaussage des Buches „Umdenkbar“, das gerade erschienen ist. Die Natur findet die besten Lösungen, wenn sie sich frei entwickeln kann. Nur ein Nationalpark bietet diese uneingeschränkten Freiheiten. Wir Menschen profitieren dabei von dem entstehenden Artenreichtum und lernen viele verblüffende Lösungen kennen, die unser Wissen bereichern. Wer sich für Artenvielfalt einsetzt, etwas gegen den Klimawandel tun und Schöpfung bewahren will, der stimmt für den Nationalpark mit „Ja“.

Die Mehrheit der Wähler hat keine direkten Vor- oder Nachteile, wenn die Egge Nationalpark wird oder nicht. Daher ist ihnen die Wahl egal. Wenn wir aber in die Vergangenheit zurückblicken stellen wir fest, dass die dichten Wälder mit Unterholz, die insektenreichen Blumenwiesen und Felder mit Kornblumen im Laufe der letzten Jahrzehnte immer mehr verschwunden sind. In den auf Effizienz und Wirtschaftlichkeit getrimmten Wäldern und Feldern ist für die artenreiche Natur kein Platz mehr. Heute sind die meisten Felder und Wälder öde und langweilig geworden und taugen nur noch bedingt für die Erholung. Wer sich alte Heimatfilme wie z.B. „Immer diese Radfahrer“ mit Heinz Erhardt anschaut und die dortigen Landschaften mit den heutigen vergleicht, der erkennt sofort den Verlust.

In einem Nationalpark hat die Natur wieder eine Chance, diese üppigen Landschaften wieder zu entwickeln. So entsteht ein Gebiet direkt in unserer Nähe, wo wir dem Alltag entfliehen und zur Ruhe kommen können. Das wird immer notwendiger, weil unser Alltag stetig stressreicher wird und die Sorgen und Nöte zunehmen. Der Faktor Naherholung ist extrem wertvoll und hilft, wieder zu sich selbst zu finden, ohne in die Ferne reisen zu müssen. Das macht einen Nationalpark zusätzlich so wertvoll. Außerdem erfahren so unsere Kinder und alle nachfolgenden Generationen, was Natur ist und bedeutet.


Hintergrund für zweiten Nationalpark in NRW

Deutschland ist beim Naturschutz mit 0.6% Fläche fast Schlusslicht in Europa. Um die biologische Vielfalt zu erhalten und um leidende Ökosysteme zu stärken sollen 10% der gesamten Fläche Europas unter strikten Schutz gestellt werden. Das Land NRW hat daher beschlossen, dass ein zweiter Nationalpark mit Zustimmung der ansässigen Bevölkerung in NRW entstehen soll. Die Egge ist dabei das am besten geeignete Gebiet für einen Nationalpark. Daher gibt es jetzt den Bürgerentscheid.

Das Land Nordrheinwestfalen (NRW) hat im Jahr 2024 ca. 846.400 ha Wald. Davon sollen 12.400 ha Wald aus dem Eigentum des Landes NRW für den zukünftigen Nationalpark Egge zur Verfügung gestellt werden. Anmerkung: 1 ha = 10.000 m² = 0.01 km²

Zusammenfassung der Informationen:

  • Der Nationalpark Egge soll 12.400 ha groß werden. Das sind 1,4% des Waldes in NRW und 0,1% des Waldes in Deutschland.
  • Für den Nationalpark Egge sollen nur Flächen verwendet  werden, die im Besitz des Landes NRW sind und somit allen Bürgern NRWs gehören und nicht im Privateigentum sind. Niemand wird deswegen enteignet.

Ab Pfingsten 2024 bis zum 01.06.2024 senden die Kreise Paderborn und Höxter an jede Einwohnerin und jeden Einwohner einen offizielle Brief mit den Wahlunterlagen für den Bürgerentscheid „Nationalpark Egge“. Die Wahlunterlagen bestehen aus einem Stimmzettel, einen grünen Umschlag für den Stimmzettel, eine eidesstattliche Erklärung und einen gelben Umschlag mit der Adresse des jeweiligen Landrats. Auf dem Stimmzettel wird jedem Wahlberechtigten die folgende Frage gestellt:

Diese Frage kann jeder Wahlberechtigte durch Ankreuzen von „Ja“ oder „Nein“ auf dem Stimmzettel frei beantworten. Die Natur und ich würden uns aber über „Ja“ sehr freuen. Der Stimmzettel kommt anschließend in den grünen Briefumschlag. Die eidesstattliche Erklärung muss vom Wähler unterschrieben werden. Danach müssen der grüne Umschlag mit dem Stimmzettel und die unterschriebene eidesstattliche Erklärung zusammen in den gelben Umschlag mit der Adresse des Landrats gesteckt werden. Zum Schluss muss der gelbe Umschlag in einen Briefkasten der Post geworfen oder direkt bei der Post abgegeben werden. Dies sollte bis spätestens zum 09.06.2024 erfolgen, damit der Umschlag rechtzeitig zum 12.06.2024 im jeweiligen Kreishaus ankommt und gültig ist. Natürlich kann der Umschlag auch direkt im Kreishaus bis um 12 Uhr am 12.06.2024 abgegeben werden. Der ganze Ablauf ist für den Wähler kostenlos.

Zusammenfassung der Informationen:

  • Der Bürgerentscheid findet nur als Briefwahl statt.
  • Wahlberechtigt sind alle Personen, die 16 Jahre oder älter sind, die Deutsche sind oder die Staatsbürgerschaft eines Mitgliedstaats der EU besitzt und im Kreis Paderborn oder Kreis Höxter wohnhaft gemeldet sind. Weitere Einschränkungen gibt es nicht.
  • Die Wahlunterlagen werden vom jeweiligen Kreis an alle stimmberechtigten Einwohner automatisch versendet. Dies geschieht vom 21.05.2024 bis zum 01.06.2024.
  • Die gültige Stimmabgabe erfolgt durch das Ankreuzen von „Ja“ oder „Nein“ zum Nationalpark Egge.
  • Der ausgefüllte Stimmzettel kommt in den grünen Briefumschlag, die eidesstattliche Erklärung wird unterschrieben und kommt zusammen mit den grünen Briefumschlag in den gelben Umschlag. Dieser sollte dann so schnell wie möglich per Post zurückgeschickt werden. Der ganze Ablauf ist kostenlos.
  • Der Stimmzettel muss bis spätestens zum 12.06.2024 im Kreishaus ankommen. Wer den Briefkasten nutzt, sollte ihn daher spätestens bis zum 10.06.2024 zurücksenden.
  • Wer bis zum 01.06.2024 keine Wahlunterlagen bekommen hat und wahlberechtigt ist, kann sie beim jeweiligen Kreis kostenlos beantragen.

FAQs: Häufig gestellte Fragen:

Alle folgenden Fragen und ihre Beantwortung zum Nationalpark Egge stammen von Nationalpark.NRW des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW. Dort sind noch mehr Fragen zum Nationalpark beantwortet.


Zum Nationalpark Egge:
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